Gerüch(t)e über Blähungen

Pupsen muss jeder mal. Manchmal ist es mehr, manchmal weniger. Manchmal riecht es unangenehmer als sonst und manchmal gar nicht. Vorurteile wie: „Männer pupsen grundsätzlich mehr und es riecht schlimmer als bei Frauen“, haben wir auch schon alle gehört. Frauen pupsen übrigens Rosenduft, nur damit die Männer da Bescheid wissen! Und den Witz über die ältere Dame, die nicht mehr gut hören kann und schlecht riecht, und mit dem Arzt über ihre Blähungen spricht, kennt wohl auch jeder!

Auch, dass es in China unhöflich ist, nach dem Essen nicht zu furzen, hat man schonmal gehört. Bei meiner Recherche konnte ich allerdings keine Bestätigung finden…

Warum muss man überhaupt pupsen?

Häufig sind diese „Winde“ ernährungsbedingt. Menschen, die z.B. viel Rohkost zu sich nehmen und dadurch auch viele Ballaststoffe, müssen häufiger furzen. 

Manchmal passiert es aber, dass du zu hastig gegessen hast und dabei mehr Luft als sonst mitgeschluckt hat. Dies kann Bauchschmerzen und Blähungen verursachen.

Auch verdaut dein Magen und Darm nicht so gut, wenn du nicht gründlich gekaut hast. Diese Arten von Blähungen treten aber nur punktuell auf und sind nicht dauerhaft. Wenn du dauerhafte Blähungen hast, die einfach nicht verschwinden wollen, kann dies auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hindeuten. Diese Pupse riechen meist auch anders, als du es gewohnt bist. Dann solltest du Verschiedenes abklären lassen. Darunter zählt eben eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, ob du dich gesund ernährst und ob dein Mikrobiom (die Darmbakterien in deinem Darm) noch ausgeglichen ist.

Allen Blähungen gemeinsam ist, dass die Luft von Bakterien produziert wird. In unserem Dickdarm leben Billionen Darm-Bakterien (der größte Teil des Stuhl sind Bakterien!). Diese sind für uns lebensnotwendig. Denn sie produzieren Vitamine und andere Stoffe, die unser Immunsystem und Nervensystem stärken. Außerdem verdrängen sie gefährliche Keime und beeinflussen den Stuhl-pH-Wert positiv. 

Dies bedeutet, dass man als gesunder Mensch furzen muss. 

Gesund ist, wenn es zwischen 8 und 15 mal am Tag passiert. Wenn du dauerhaft über 20 Mal Luft ablassen musst, außerdem Bauchschmerzen hast und die Pupse schlimm riechen, solltest du einen Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen.

Was kann ich für einen gesunden Darm tun?

Ballaststoffe essen! Auch wenn du dann vielleicht öfter aufs stille Örtchen musst: Dies sollte dich aber nicht davon abhalten, Gemüse und Obst zu essen! Ballaststoffe erhöhen das Volumen im Darm. Dadurch wird der Darm zu mehr Tätigkeit animiert, er wird massiert und die Durchblutung erhöht. Außerdem werden die guten Bakterien davon ernährt.

Gut kauen! Kohlenhydrate werden beim Kauen schon vorverdaut und erst im Darm weiterverdaut. Durch schlechtes Kauen kann es dann passieren, dass Kohlenhydrate im Dickdarm ankommen und dort gären. Auch dann bildet sich Luft, die dort nicht hingehört.

Nimm dir Zeit! Das hat einen doppelt positiven Effekt. Zum einen kaust du gründlicher und schluckst keine Luft. Zum anderen isst du weniger, weil dein Sättigungsgefühl einsetzt, bevor du dir einen Nachschlag holen kannst. 

Probiotika tun dem Darm auch gut. Einen Artikel dazu findest du hier.

Achte darauf, was du im Supermarkt kaufst. Zusatzstoffe wie Aromen, Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker können deine guten Darmbakterien abtöten und dadurch schlechten Bakterien Platz machen. Auch Rückstände von Pflanzen- und Insektengiften können derartige Auswirkungen haben. Daher immer Obst und Gemüse gründlich abwaschen, Bio kaufen oder selbst anbauen.