Seit einer Woche habe ich das Ding. Empfohlen hatte es mir mein Osteopath. Er sagte, es wäre ratsam, beim Joggen den Puls im Blick zu haben. Das leuchtete mir ein, also hab ich mir einen bestellt mit Pulsanzeige, Schrittzähler und so weiter. Aber so einfach, wie das klingt, war es gar nicht. Ich habe mich einige Stunden mit dem Finden des richtiges Gerätes herumgeschlagen. Im Prinzip sehen alle ähnlich aus und haben ähnliche Funktionen. Aber eben nur ähnliche! Hatte ich mich schon gefreut, dass ich jetzt den richtigen Fitnesstracker gefunden hatte, sah ich kurz vor der Bestellung, dass die Pulsmessung fehlte! Also wieder zurück.

Es gibt auch Geräte, die das Smartphone teilweise ersetzen können. Man kann also Anrufe tätigen und Nachrichten schreiben. Per Sprachsteuerung. Ganz cool, aber unbezahlbar. Wenn so ein Gerät zwischen 200 und 300 € kostet, klicke ich weg. Eigentlich will ich ja nur den Pulsmesser und Schrittzähler. Wenn ich im Notfall damit jemanden anrufen kann, damit ich mein Handy nicht mitschleppen muss, wäre sogar noch besser gewesen. Aber so eine Kombi habe ich nicht gefunden, bzw. nur die sehr teure.

Was hat der Fitnesstracker denn nun verändert?

Also habe ich mir einen Fitnesstracker für ca. 40 € bestellt, der mir Datum und Uhrzeit anzeigt, die Schritte zählt, die gelaufenen Kilometer berechnet und den Puls misst. Er kann auch noch Kalorien berechnen, das halte ich aber für Quatsch!

Achso, eine Super-Funktion ist, dass er mich nach einer Stunde Herumsitzen daran erinnert, dass ich mich mal bewegen könnte. Diesen Zeitraum kann man selbst bestimmen. Wenn mal also meint, alle 2 Stunden bewegen reicht auch, kann man das programmieren.

Lustig ist aber, was der Fitnesstracker mit mir gemacht hat! Ich bin hochmotiviert durch die halbe Welt gelaufen. Als ich zu Hause war, habe ich mich gefragt, ob ich nicht noch etwas in den Keller bringen oder heraufholen müsste. Oder ob ich vielleicht noch in der Ecke unseres Gartens Unkraut zupfen könnte. Es ist wirklich spannend zu sehen, wie viele Schritte man zum Bäcker macht oder in den Supermarkt. Da ich im Ort wohne, ist das auch alles sehr gut zu Fuß zu erreichen.

Alles gut, aber 10.000 Schritte?!

Schade ist, dass ich nur höchst selten auf diese empfohlenen 10.000 Schritte komme. Mit meinen 1,60 m Körpergröße und auch entsprechend kurzen Beinen mache ich auf 600 m ca. 1.000 Schritte. Ich muss ich also 6 km laufen, um 10.000 Schritte gemacht zu haben. Für 6 km benötigt man ganz allgemein ca. 1,5 Stunden.

Welcher Mensch, der einen Bürojob hat (Als Krankenschwester und auch bei anderen Jobs flitzt man sowieso den ganzen Tag herum und kommt vermutlich ganz ohne Probleme auf mehr als 10.000 Schritte!), hat denn pro Tag noch Zeit und Muße, 1,5 Std. spazieren zu gehen? Die Menschen, die Hunde besitzen! Da geht man morgens vor der Arbeit, evtl. mittags nochmal kurz und abends mit dem Pfiffi raus. Egal bei welchem Wetter, denn auch bei Regen und Sturm muss der Hund seine Geschäfte verrichten. Für sich selbst tut man das nicht. Da gibt es immer vermeintlich Wichtigeres.

Was folgere ich also?

In der Zeit, als ich noch einen Hund hatte, bin ich definitiv mehr gelaufen als heute. Mir deswegen wieder einen Hund anzuschaffen, ist natürlich Unsinn und kurzsichtig. Aber öfter einfach mal spazieren gehen, erscheint mir eine gute Alternative. Wenn jemand mitgeht! Denn allein ist auch doof…

Für die Frauen unter uns: Beanspruchung von Knochen, also auch beim Gehen, stärkt sie. Spazieren kann also auch Osteoporose vorbeugen. Das Praktische ist, dass man durch das Tageslicht dann auch noch Vitamin D produziert, damit sich das Calcium einlagern kann.

Bei dem heutigen Wetter allerdings bin ich vermutlich gerade mal 1.000 Schritte gelaufen. Denn, auch ohne mich zu bewegen, schwitze ich. Dazu stehe ich. Bei über 30 °C würde nämlich auch kein Hund viel laufen wollen, basta!