Vor etwas Längerem bereits sah ich eine Dokumentation über das menschliche Mikrobiom auf 3sat. Vieles davon hatte ich schon in diversen Büchern über den Darm und das Mikrobiom gelesen, und ich möchte hier auch nicht alles wiederholen. Dann wird der Blog viel zu lang 🙂

Das Mikrobiom ist das Zusammenspiel aller Bakterien, die sich im menschlichen Darm befinden. Bisher ist immer noch sehr wenig erforscht, da einige Darmbakterien sofort sterben, sobald sie aus dem Darmmilieu entnommen wurden. Andere Bakterien verhalten sich anders an der „frischen Luft“ als im geschlossenen Darmsystem. Daher ist es so schwierig, dieses interessante, aber auch riesige Feld der Darmmikroben zu erforschen.

Erkenntnisse

Eine Darmbakterien-Art, die wir auch schon länger kennen, sind die Milchsäure-Bakterien (Lactobacillus, Bifidobakterien). Diese sind wichtig zur Aufrechterhaltung einer gesunden Darmschleimhaut. Ohne diese Bakterien, bzw. wenn sie in zu geringer Anzahl im Dickdarm sind, vermehren sich meist andere Bakterienstämme, die uns nicht so gut tun und häufig genug entstehen Blähungen, Durchfälle und Bauchschmerzen.

In vielen Probiotika (Nahrungsergänzungen) sind daher Milchsäurebakterien enthalten. (Es gibt auch Präbiotika. Das klingt so ähnlich bedeutet aber etwas anderes. Präbiotika sind Ballaststoffe, wie z. B. Inulin, die den nützlichen Bakterien als Nahrungsgrundlage dienen.) Leider findet man Milchsäurebakterien häufig in Lebensmitteln (Joghurt, Quark, Käse, Sauerkraut) nicht mehr, weil Milch und Milchprodukte pasteurisiert sind und kaum noch Bakterien enthalten. Aber auch in Sauerkraut und anderem milchsauer-vergorenen Gemüse findet man sie nicht mehr in lebendigem Zustand, weil auch dieses hocherhitzt worden ist, um mögliche andere Keime abzutöten.

Es gibt nur noch wenige Bauernhöfe, auf denen man Rohmilch kaufen kann. Diese benötigen besondere Zulassungen und müssen Bestimmungen und Auflagen erfüllen, um Rohmilch verkaufen zu dürfen. Es gibt aber z.B. noch Rohmilchkäse, der sowohl Milchsäure-Bakterien enthält als auch andere wichtige Stoffe zur Unterstützung unserer Darmtätigkeit. (Hinweis: Schwangere sollten keinen Rohmilchkäse verzehren.)

Sauerkraut – selbstgemacht!

Bei manchem Bio-Sauerkraut sind möglicherweise noch lebende Bakterien enthalten. Wenn man aber auf Nummer sicher gehen möchte, macht man sein Sauerkraut einfach selbst. Das ist gar nicht so kompliziert, wie es klingt. 

Man braucht: 1 Sauerkrauttopf, 1 Stampfer und Weißkohl, bitte Bio, weil man ihn sonst waschen müsste. 

Den Kohl schneidet man in feine Streifen (ich benutze meine Küchenmaschine, dann ists auch weniger anstrengend). Er wird nicht gewaschen, denn auf den Blätter findet man die lebenden Milchsäurebakterien, die aus dem Zucker im Weißkohl dann die Säure herstellen. Den feinen Weißkohl muss man entweder mit der Faust oder einem Krautstampfer so lange zerdrücken, bis so viel Saft ausgetreten ist, dass er den Kohl damit bedeckt. Wenn der Kohl zu wenig saftig ist, kann man Molke hinzufügen. (Genaue Anleitungen gibt es meist zum Sauerkrauttopf dazu). Wichtig ist, dass alles anschließend bei Zimmertemperatur stehen bleiben muss. Nur dann vermehren sich die Milchsäure-Bakterien. 

Jetzt kommt aber der kleine Haken: Wenn du das Sauerkraut jetzt kochst, war alles umsonst! Iss es also am besten als Salat, z.B. mit Paprika und Zwiebeln und einem Dressing mit ein wenig Pflanzenöl. Dann bekommst du alles, was gut ist!