Oder Biofleisch? Ist wohl die dritte Auswahlmöglichkeit. 

Ich habe lange damit gehadert. Durch Sätze wie: In Bio ist ja gar kein Bio drin! Oder: Wenn man danach geht, kann man ja nix mehr essen! war auch ich verunsichert. Ist es überhaupt sinnvoll, Bio-Produkte zu kaufen oder bleibe ich besser beim Gewohnten. So schlimm wirds ja schon nicht sein und außerdem ist es voll lästig, nur Bio zu kaufen. Und obendrein teuer! Zweiklassengesellschaft und so. Vielleicht isst man bei der ganzen Irritation überhaupt kein Fleisch mehr?

Nachdem ich aber jetzt auf einem Bio-Hof war, denke ich anders.

Hahn mit Hühnernweißes Huhn

 

 

 

 

 

 

 

Die Hühner

Ich weiß nicht, ob ich schonmal so schöne Hühner gesehen habe. Ich habe schon einige freilaufende Hühner gesehen. Und auch heute durfte ich einem schneeweißen Huhn durchs perfekte Gefieder streichen. Der Schnabel ungekürzt und gesund, die Flugfedern vorhanden an seinen Schwingen. Das nette Mädchen, das das Huhn hielt, erklärte, dass die Hühner durchaus mal über den Zaun fliegen, denn sie können es ja. Die Flugfedern werden – im Gegensatz zu konventioneller Haltung – nicht gestutzt. Aber sie kommen in der Regel einfach wieder zurück, denn sie gehören ja zum entsprechenden Hahn und den anderen Hühnern der Gemeinschaft. Selbst wenn sie mal nicht von selbst zurückkommen, werden sie abends von den Mitarbeitern des Biohofes wieder eingesammelt.

Rinder

Die Rinder und Kühe

Ebenso wunderschön wie die Hühner sind die Rinder. Mir fiel direkt ein Vergleich ein, als ich die Tiere da so knuddelig in ihrem Stall liegen sah: Sie sind eigentlich wie Kaninchen – nur größer. Hübsche Gesichter, entspannte Tiere, Pflanzenfresser, weiches Fell. Allerdings natürlich etwas unhandlich, wenn so ein Rind mit aufs Sofa soll. 

Die Kühe standen draußen auf einer Weide und waren wenig interessiert an dem ganzen Trubel. 

Fleisch, Eier und Qualität

Als ich heute ein Rumpsteak für den heimischen Grill kaufte, bin ich beim Etikett fast hinten herüber gefallen. Der Preis dieses Bio-Rumpsteaks entsprach dem eines argentinischen Rinderfilets, wenn es nicht im Angebot ist. Nachdem ich aber den ersten Bissen im Mund hatte, habe ich nichts mehr bereut. Es zerging auf der Zunge – wie ein argentinisches Rinderfilet! Und es schmeckte intensiv nach Fleisch, nicht wässrig oder nach gar nichts, sondern Rind. Lecker! Ob der Preis trotzdem derart hoch sein muss, weiß ich nicht. Vielleicht muss es das, damit man sich dessen wieder bewusst wird, dass dafür ein Tier sein Leben gelassen hat und auch 100 Gramm reichen, anstatt eines 250 Gramm Steaks. Vielleicht ist es aber auch übertrieben. Das werde ich noch recherchieren!

Die Eier sind ebenfalls nicht billig. Aber auch hier finde ich geschmacklichen Gefallen. Manche Eier schmecken nach Pups oder Hühnerpopo, diese hier nicht. Der Dotter ist nicht künstlich orange, sondern hat eine natürliche Farbe. Diese hängt vom Beta-Carotin Gehalt des Futters ab und wird in konventioneller Haltung auch gerne mal künstlich zugefüttert. 

Alles in allem kann ich mir die Frage vom Anfang beantworten. Ich esse lieber etwas weniger Fleisch, aber dafür qualitativ hochwertig. Das macht dann finanziell auch keinen Unterschied. Die Ausrede, dass man sich Bio-Qualität nicht leisten kann, kann also nur dann stimmen, wenn man nach wie vor eine Menge Fleisch essen möchte. Das möchte ich aber nicht, morgen gibts Linsen oder Rührei oder Halloumi oder oder oder