Du denkst jetzt, ich bin bescheuert, weil ich da eine Brennnessel fotografiert habe, aber der Artikel doch eigentlich über Calcium geht? Lies weiter! Unten steht, warum 🙂

Was ist Calcium? Wie viel benötige ich?

Calcium ist wie Magnesium ein Erdalkalimetall und steht im Periodensystem direkt unter Magnesium. Auch Calcium ist sehr reaktionsfreudig.

In einem gesunden männlichen Erwachsenen ist ca. 1 kg Calcium enthalten. Frauenkörper haben etwas weniger, ca. 800 g Calcium. 99,5% dieses Körpercalciums befindet sich im Skelett, der Rest hauptsächlich in den Zellen, ein geringer Teil im Blutserum. (vgl. Biesalski et al., Taschenatlas Ernährung, 2017)

Der Tagesbedarf für einen gesunden Erwachsenen liegt bei 1.000 mg, bei Frauen nach der Menopause sogar bei 1.500 mg und auch Schwangere haben einen erhöhten Bedarf. Man kennt den Spruch: „Jedes Kind kostet einen Zahn“. Wenn man während der Schwangerschaft zu wenig Calcium zu sich nimmt, werden die Knochen tatsächlich poröser. Denn dem Baby wird im Mutterleib auch dann ausreichend Calcium für sein Wachstum zur Verfügung gestellt, wenn die Mutter zu wenig Calcium zu sich nimmt. Der Mangel entsteht nur bei ihr. 

Jugendliche und Heranwachsende haben ebenfalls einen erhöhten Bedarf. Nur die wenigsten werden diesem gerecht und die schlechte Nachricht für uns Frauen: Unsere Spitzenknochenmasse bis zum 35. Lebensjahr ist entscheidend, ob man später eine Osteoporose bekommt oder nicht (vgl. ebd.).

Symptome von Calcium-Mangel

Einen Calciummangel kann man nicht durch das Blutserum bestimmen, denn sobald im Blutserum ein bestimmter Gehalt an Calcium (2,2 – 2,6 mmol/l) unterschritten wird, wird aus dem Knochen entsprechend Calcium gelöst, um wieder diese Menge im Blutserum zu erreichen. (vgl. ebd.)

Ein massives und langfristiges Calciummangel-Symptom ist die Osteoporose, die häufig bei Frauen in und nach der Menopause auftritt. Es gibt aber auch akute Mangelsymptome, die den Symptomen bei Magnesiummangel u.a. sehr ähneln, wie z.B. trockene Haut, rissige Nägel, Schlafstörungen, Muskelkrämpfe…

Wie kann ich einen Calcium-Mangel wieder ausgleichen?

Es gibt unzählige Calcium-Nahrungsergänzungsmittel. Damit kann man arbeiten, muss man aber nicht. Ich nehme, wenn ich weiß, dass ich heute meinem Bedarf nicht gerecht geworden bin, ein bisschen Sangokoralle. Über sie habe ich im Magnesium-Blog schon berichtet, weil sie im Verhältnis 2:1 Calcium und Magnesium enthält und darüber hinaus noch weitere Spurenelemente wie Silicium und Jod.

Aber es gibt auch fantastische Nahrungsmittel, die natürlicherweise Calcium enthalten. Milch und Milchprodukte dürften jedem bekannt sein, wobei fettärmere Produkte mehr Calcium enthalten. Vorteil für einen gesunden Menschen ist hierbei, dass die Laktose bei der Calciumaufnahme hilft. 

Aber auch grünes Gemüse, wie z.B. Spinat, Grünkohl, Brokkoli, enthält zwischen 50 und 120 mg pro 100 g. 

Schon nicht übel, aber jetzt kommts: Kräuter wie Basilikum, Schnittlauch, aber vor allem Brennnesseln enthalten bis zu 1.000 mg pro 100 g! Ist das nicht erstaunlich! Wächst in meinem Garten und ich habe sie früher immer herausgerissen und weggeworfen. Wie wäre denn mal eine Brennnessel-Cremesuppe aus dem eigenen Garten (also auch noch in Bio-Qualität!)?!

Ein paar Regeln zur Calcium-Einnahme:

Damit Calcium aufgenommen werden kann, braucht der Körper Vitamin D (Calcipherol). Vitamin D produziert die Haut, wenn man sich im Freien aufhält. Der Bedarf gilt als gedeckt, wenn man sich ca. 20 min mit 1/4 freier Haut in der Sonne aufgehalten hat.

Leider reicht im Herbst und Winter häufig die Vitamin-D-Produktion nicht aus, weil nicht selten nur noch das Gesicht ein wenig Tageslicht abbekommt. Es gibt aber Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D. Ohne Vitamin D kann es passieren, dass Calcium in den Blutgefäßen abgelagert wird, das kann zu Herz-Kreislauferkrankungen führen. 

Brennnesseln herauszurupfen bringt also noch einen Vorteil mit sich: Tageslicht! Also, raus mit dir!

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