Gestern bin ich mal wieder Zug gefahren. Und immer, wenn ich Zug fahre, kaufe ich mir eine Zeitschrift. Meist Wissenschaftliches wie Psychologie-Themen oder Naturwissenschaftliches. Gestern hat mich eine Zeitschrift magisch angezogen und zwar ein Magazin einer namhaften Rezepte-Webseite. 

Titelstory war „Die ganze Kalorien-Wahrheit – Warum Kalorienzählen nach neuesten Erkenntnissen nichts bringt“. Da war ich direkt neugierig, welche Studie dem wohl zugrunde liegt und was genau die Ergebnisse dieser Studie besagten. 

Im ersten Abschnitt las ich „Unbestritten ist: Wer weniger Kalorien aufnimmt, als er verbrennt, der verliert an Gewicht…“ Ja, damit ist doch schon die Titelstory widerlegt! Noch viel neugieriger war ich jetzt!

Ich las weiter und fand zum eigentlichen Thema Kalorienzählen erst wieder auf der 3. Seite des Artikels weitere Informationen. Und zwar als erster eine, die ich persönlich super finde und die mich noch mehr als vorher auf die Seite des Kalorienzählens schlägt, nämlich: Eiweiß und Kohlenhydrate geben ca. 4 kcal/g und Fett ca. 9 kcal/g. Aber für die Verdauung von Eiweißen benötigt der Körper auch minimal zusätzliche Energie, sodass er also auch wieder etwas verbrennt. Also liege ich, wenn ich trotzdem mit 4 kcal rechne, eigentlich etwas über der tatsächlichen Energiemenge. Perfekt!

Ein weiterer Grund gegen das Kalorienzählen sei, dass man nur im Labor genau bestimmen könne, wie viel Kalorien man tatsächlich braucht. Das stimmt. Aber nur für die Zeit, die man auch tatsächlich Labor ist. Der Verbrauch ist am nächsten Tag garantiert anders. Das bringt also niemanden weiter, da niemand den ganzen Tag im Labor sein will, um zu wissen, wie viel er an diesem speziellen Tag essen durfte. Ein Kalorienrechner, der schon so genau ist wie hier, reicht durchschnittlich völlig aus. Bei veränderten Lebensbedingungen oder einem anderen Gewicht muss man selbstverständlich neu rechnen lassen.

Im letzten Abschnitt gab es dann nur noch ein Beispiel „Angenommen, Sie liegen bei Lebensmitteln zehn Prozent daneben…“. Das aber kann nicht passieren, wenn man ernsthaft seine Kalorien addiert. Wenn man nur grob überschlägt, passiert das leicht, weil man dann doch den Milchkaffee vergessen hat oder die eine Praline. 

In diesem Artikel also völlige Fehlanzeige, warum Kalorienzählen nichts bringen sollte!

Im Interview mit einer Internistin auf der Folgeseite lautet der Titel ebenfalls „Kalorienzählen ist eine ziemliche Milchmädchenrechnung!“ Also las ich auch diesen Artikel. Ich fand aber nichts über Kalorienzählen in diesem Artikel – außer, dass man selbst dann abnimmt, wenn man mit ungesundem Essen unter seinem Kalorienbedarf bleibt. Dass man davon krank auf Dauer wird, dürfte jedem klar sein. Wir sind ja nicht bescheuert… 

Stattdessen finden sich dieselben Ess-Empfehlungen wie vor 50 Jahren: 20-30mal Kauen, feste Essenszeiten (finde ich sehr fraglich!), 2-3 Mahlzeiten am Tag (ebenfalls fraglich!), Empfehlung der mediterranen Kost (Geschmackssache), Bewegung.

Das wars. 

Kein einziger Grund, weshalb Kalorienzählen nicht funktioniert. 

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  1. […] erfolgreich abgenommen haben. Auf die Frage, wie sie abgenommen hätten, kam immer wieder: „weniger gegessen“ oder „Ernährung […]

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