Es klingt so schön einfach – das Hirn umprogrammieren und zack – ist man schlank! Und wenn unser Hirn ein Computer wäre, wäre es auch ähnlich einfach. Aber an dem Hirn hängt leider noch ein Körper mit Hormonen dran, der entsprechend bedient werden will! Heute las ich einen Artikel auf focus.de, sein Titel: „Ungesundes Verhalten ist abgespeichert – Wenn Diäten nicht funktionieren: So programmieren Sie Ihr Gehirn auf schlank“ (Nebenbei bemerkt: Glücklicherweise ist auch durchaus gesundes Verhalten abgespeichert!) In vielen Punkten stimme ich der Autorin zu und denke: Dies kann eine gute Anregung für viele Abnehmwillige sein!

Aber wie macht man das denn nun?

Ob Diäten nicht funktionieren, werde ich an anderer Stelle noch erörtern. Hier soll es wirklich nur um die Umprogrammierung gehen. Und die funktioniert! Aber: Man braucht Geduld. Mit seinem Gewicht und Abnehmziel, aber vor allem: mit sich selbst! 

Denn so einfach wie ein Computer funktioniert das menschliche Hirn nicht. (Ich weiß, dass ein Computer nicht einfach ist, aber es geht ums Verhältnis zum Hirn.) Eine Gewohnheit, die ich seit 20 Jahren habe, werde ich nicht innerhalb von einer Woche abgelegt haben. Es braucht Wiederholung, damit die Nerven, die bisher verbunden waren, eben anders verbunden werden können. So, wie du es willst. Daher: Sei geduldig mit dir, aber nicht im Sinne von nachsichtig à la „Dann hats diese Woche leider nicht geklappt, vielleicht ja nächste Woche…“ 

Mit so einer Haltung wird das nichts. Du musst schon entschlossen sein. Sich ein Ziel zu setzen und dieses aufzuschreiben, finde ich absolut sinnvoll. Sich zu bestrafen und schuldig zu fühlen, weil man sich doch dabei erwischt, dass man beim Fernsehen in die Süßigkeitenkiste greift, bringt nichts außer Frust und Enttäuschung über sich selbst. 

Eine mögliche Stellschraube

Möglicherweise kann aber eine Lösung sein, gar nicht erst jeden Abend vor dem Fernseher zu hocken! Mach einfach mal etwas anderes. Beim Fernsehen ist man ziemlich passiv und bei dem dem TV-Programm auch schnell gelangweilt. Zur Beschäftigung und zur Belohnung für den harten Arbeitstag holt man sich dann etwas Süßes oder Fettiges aus dem Schrank und trinkt dazu noch ein Glas Bier oder Wein. Schnell kommen da 400 kcal zusammen, die eigentlich das gesamt Abendessen ersetzen könnten. 

Wie wäre alternativ eine aktivere Beschäftigung, die aber nicht viel anstrengender sein muss. Etwas lesen, einem Hobby nachgehen, sich mit dem Partner unterhalten. Und wenn es doch TV sein muss: Meine Oma hat z. B. dabei gestrickt, meine Mutter gehäkelt. Keine von beiden hätte eine Hand frei gehabt, um in die Tüte Chips zu greifen. Möglicherweise ist Beschäftigung mit einer anderen Sache eine gute Ablenkung vom Essen.

Also: 1. Entschluss und aufschreiben, evtl. auf den Fernseher kleben. 2. Beschäftigung besorgen, Partner ansprechen, Süßigkeiten in den Keller bringen oder verschenken und auch nicht neu kaufen 3. Ziel verfolgen und umsetzen. 

Eine weitere mögliche Stellschraube

Eine andere Stellschraube, die man nutzen kann, um seine Kalorienzufuhr zu verringern, ist folgende: Lass doch mal die Butter auf dem Brot weg! Auch nicht ersetzen durch irgendwelche Halbfettmargarine, die ohnehin nichtmal schmeckt! Wenn du jetzt sagst: Oh nein, dann fällt doch der ganze Belag herunter! – Na gut, dann versuchs mal mit Quark.

Hier eine Programmierungsmöglichkeit:

1. Entschließe dich, dein Verhalten zu ändern. Schreibe es auf und klebe es an den Kühlschrank oder auf die Butterdose. 2. Kaufe, wenn du in den Supermarkt gehst, entweder gar nicht erst Butter ein oder kaufe ein Paket und friere es portionsweise ein (für sonntags). Kaufe zusätzlich ein kleines Paket Magerquark und 3. bestreiche mit Magerquark deine Brote. Unter Leberwurst oder Nuss-Nougat-Créme brauchst du eigentlich ohnehin nichts zu schmieren. 

Lass mich vorrechnen: Wenn du morgens 2 Scheiben Brot mit Butter bestreichst, nimmst du dafür vermutlich ca. 15 g Butter insgesamt. (Mein Freund nimmt definitiv mehr, dafür spart er an anderen Sachen – Obst beispielsweise 😉 ) Wenn du, wie viele Deutsche dann auch noch zweimal am Tag eine Brotmahlzeit isst, kommst du locker auf 30 g Butter, also fast 25 g pures Fett und 225 kcal. Abgefahren oder?! 

Bei Halbfettmargarine, die wirklich nicht annähernd so gut schmeckt wie Butter, neigt man schnell dazu, auch mal ein bisschen mehr zu nehmen, weils ja nur Halbfett ist… Den Effekt kann man sich schnell denken: Man spart kaum etwas.

Dann kann man besser am Sonntag sagen: Heute nehme ich mal zum Frühstück Butter dazu. 

Wie viel nehme ich ab bei Butterverzicht?

Nochmal kurz zurück zur Kalorieneinsparung: Wenn du 225 kcal weniger am Tag zu dir nimmst, weil du dir die Butter sparst, und stattdessen 30 g Magerquark (22 kcal) nimmst, sparst du am Tag immer noch 203 kcal und in einer Woche 1.218 kcal. (Ich habe mal 6 Tage gerechnet, ohne den Sonntag 🙂 ) 

Das ist zwar in einer Woche nur knapp 175 g Fettgewebe, das du abnehmen würdest, aber wenn ich nun weiter hochrechne, wären es ein einem Jahr 9 kg Fettgewebe! 

Wie klingt das für dich?

 

Weitere solcher Stellschrauben finden wir in einem Beratungsgespräch, in dem ich dich und deine Lebensweise kennenlerne. Häufig muss man nämlich nicht sein gesamtes Leben verändern, um abzunehmen.